5 Pädagogik, Didaktik und Methodik

Allgemeine Vorbemerkung

Die Teilnehmenden erhalten Studienbriefe, mit deren Hilfe der Lehrstoff für die einzelnen Lernmodule im Selbststudium erarbeitet wird.

In zusätzlichen Veranstaltungen treffen sich alle Kursteilnehmende vor Ort (Präsenzveranstaltungen), um das Gelernte zu vertiefen, zu reflektieren und praktisch zu erproben. Das heißt:

  • Die Teilnehmenden lernen an den Präsenztagen unter Anleitung von Fachreferenten und Fernkurspraktikern/-innen.

  • In Hospitationen werden Kontakte zu sonderpädagogischen Einrichtungen hergestellt und in Praktika wird das Gelernte umgesetzt und erprobt.

  • In der Schlussphase wird gezielt auf die Prüfung vorbereitet.

Nach der bestandener 1. Teilprüfung folgt das Berufspraktikum, das von einer Fachschule begleitet wird und mit der 2. Teilprüfung (Abschlussprüfung) zum/zur staatlich anerkannten Erzieher/-in endet.

Die Prüfungen werden an einer staatlichen Fachschule abgelegt und sind nicht mehr Teil des Fernkurses!


 

 

 5.1 Was ist ein Fernkurs?

In einem Fernkurs erarbeiten sich die Teilnehmenden die Inhalte überwiegend im Selbststudium mit schriftlichen Studienmaterialien, die eigens für diesen Zweck entwickelt und gestaltet wurden.


 

 

 5.2 Mit welchen Studienmaterialien wird gelernt?

Zu den Lernmodulen, die in den Fachschulen gelehrt werden und in denen eine Prüfung abgelegt wird, gibt es sogenannte Studienbriefe.

Als Autorinnen und Autoren konnten Fachleute aus Universitäten, Fachschulen/Fachakademien und aus der sozialpädagogischen Praxis gewonnen werden.

Am Kursstandort sind Bibliotheken eingerichtet, die den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Fachliteratur und andere Medien zur Unterstützung ihrer Studien bereitstellen.


 

 

 5.3 Was sind Studienbriefe und wie arbeite ich damit?

Die notwendigen Inhalte der Lernmodule des Fernkurses werden durch speziell für dieses Vorhaben entwickelte Studienbriefe vermittelt.

Dabei handelt es sich in der Regel nicht um Studienmaterialien in Form handelsüblicher Lehrbücher (sie werden von den Autorinnen und Autoren der verschiedenen Studienbriefe jedoch auch zum Studium mit einbezogen), sondern um didaktisch einheitlich gestaltete Materialien zum Selbststudium.

Vielfach haben berufstätige Personen eine lange "Lernabstinenz" hinter sich. Die Kenntnis und das Einüben von Lernmethoden sind Voraussetzung für ein erfolgreiches Selbststudium. Dazu erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erste Informationen im Studienbuch und den einführenden pädagogischen Texten.


 

 

 5.4 Muss ich alles alleine erarbeiten?

Nein. In den Zeitplan sind Präsenzphasen integriert. Sie finden in Rheinland-Pfalz bzw. in Nordrhein-Westfalen an 12 Wochenenden in 2 Jahren und weiteren Samstagen zur Prüfungsvorbereitung statt.


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 5.5 Gibt es ein Praktikum?

Im Verlauf des Kurses werden zwei Praktika à 3 Wochen durchgeführt. Sie sollen jeweils in einer Regel- und in einer sonderpädagogischen Einrichtung durchgeführt werden. Zu jedem Praktikum erstellen Sie einen Praktikumsbericht.

Um den Teilnehmenden vergleichbare Praktikumserfahrungen zu ermöglichen, die in den Präsenzveranstaltungen gemeinsam aufgearbeitet werden, wird nahegelegt, das erste Praktikum in einer vorschulischen Einrichtung (Kinderkrippe, Kindertagesstätte) im 2. Halbjahr einzuplanen. Ein weiteres Praktikum sollte im Jugend- oder sonderpädagogischen Bereich im 3. Halbjahr absolviert werden.

Die Betreuung der Teilnehmenden erfolgt durch intensive Vorbereitung (z.B. Übungen, Rollenspiele, Vorbereitung bestimmter Aktivitäten, Aufgabenstellungen) und Nachbereitung der Praktika während der Präsenzveranstaltungen. Auch sind die Moderatorinnen und Mitarbeiterinnen des Projektbüros im Einzelfall bei organisatorischen Problemen behilflich.

Darüber hinaus ist es erwünscht, wenn sich die Teilnehmerinnen/Teilnehmer selbst Möglichkeiten zu weiteren Praxiserfahrungen oder zu Hospitationen erschließen.


 

 

5.6 Was erwartet mich bei einer Präsenzveranstaltung?

Während die Inhaltsvermittlung des Prüfungsstoffes im Fernkurs vorwiegend durch Studienmaterialien geleistet wird, kommt den Präsenzveranstaltungen eine andere didaktische Funktion zu: Durch die Delegation der Wissensvermittlung an die Studienmaterialien wird in den Präsenzveranstaltungen Raum frei für Formen des Lernens, Übens und Reflektierens in der Gruppe, die für den Erwerb pädagogischer Handlungskompetenzen unabdingbar sind.

Ziele und Anforderungen für solche dialogischen Lernformen in der Gruppe sind u.a.:

  • Sensibilisierung und Herstellen von Problembewußtsein
  • Wahrnehmen und Erkennen
  • Beurteilen und Bewerten
  • Können und Vermitteln.

Solche Ziele können u.a. mit folgenden Methoden und Lernarrangements erreicht werden:

  • Übung und Anwendung pädagogischer Handlungsfelder in der Gruppe
  • Beobachtung, Analyse, Selbsterfahrung und Reflexion pädagogischer Handlungsfelder in der Gruppe
  • Dialog und Gruppendiskussion und Einübung solcher Methoden für Kinder
  • Teamarbeit und Gruppenarbeit und Einübung solcher Methoden für Kinder und Jugendliche
  • Präsentation, Darstellung und Rollenspiel
  • Durchführung von Projekten im Kreis der Teilnehmenden und Einübung der Projektmethode für Kinder und Jugendliche.

Aus dem hier Dargestellten ergibt sich zusammenfassend folgende Funktionsbestimmung der Präsenzphasen:

Praktisches Lernen und Üben
Das Einüben praktischer Fertigkeiten (vom Elterngespräch bis zur ästhetischen Erziehung) hat in den Präsenzveranstaltungen einen hervorgehobenen Stellenwert.

Um die Isolierung der einzelnen Fächer aufzuheben und ihre Bedeutung für die praktische Arbeit im Erzieheralltag deutlich zu machen, kommt dem projektorientierten Lernen in den Präsenzveranstaltungen eine besondere Bedeutung zu. In realitätsnahen Situationen sollen exemplarisch praktische Erkenntnisse und Erfahrungen gewonnen und das Einüben notwendiger sozialer und kommunikativer Kompetenzen ermöglicht werden.

Klärung und Reflexion der Inhalte in den Studieneinheiten
Im Hinblick auf die Lehrinhalte haben die Präsenzveranstaltungen die Funktion der Klärung des Stoffes aus den Studienbriefen und nicht der Instruktion neuen Wissens oder der (vorlesungsähnlichen) Wiederholung.
Neben der Klärung müssen die Präsenzveranstaltungen Raum für eine kritische Verarbeitung der Inhalte bieten. Auch dabei wird das didaktische Vorgehen überwiegend von den Fragen der Teilnehmenden ausgehen.

Kommunikation der Studierenden
Ein wichtiger Aufgabenbereich der Präsenzveranstaltungen liegt darin, die Kommunikation und Kooperation der Lernenden untereinander und mit den Moderatorinnen/Moderatoren und Mentorinnen/Mentoren der Präsenzveranstaltungen zu ermöglichen. Dazu müssen entsprechende didaktische Formen (z.B. Gesprächskreise, Rollenspiel, usw.) als feste Bestandteile der Präsenzveranstaltungen eingerichtet werden. Die in den Studieneinheiten gekennzeichneten Aufgaben und Diskussionsthemen können hier bearbeitet werden.

In den Präsenzveranstaltungen wird Ihnen zudem die Möglichkeiten gegeben, daß Sie sich gegenseitig und mit den Moderatorinnen und Moderatoren über Arbeitstechniken und Arten zu lernen (z.B. Literaturbeschaffung, Anfertigen von Hausarbeiten, Hinweise für die Hospitation usw.) beraten und über die im Zusammenhang mit dem Studium auftretenden Schwierigkeiten aussprechen können.


 

 

 5.7 Wie sind die Präsenzphasen organisiert?

Die Treffen in Rheinland-Pfalz bzw. in Nordrhein-Westfalen finden an Wochenenden und zur Prüfungsvorbereitung an Samstagen statt. Die genauen Termine erhalten Sie beim jeweiligen Kursstart. Ergänzt werden die Wochenenden durch Exkursionen, Hospitationen und Praktika.

Im letzten Halbjahr des Fernkurses widmen sich die Präsenzphasen schwerpunktmäßig der Prüfungsvorbereitung.


 

 

 


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